Online sparen
Versicherungsvergleich
08337 / 740 148-0
Menü
Januar 2020

Lecker Oranje

© Pixabay/PhotoMIX-Company Bahn frei für Jitse Groen: Kürzlich setzte sich der Chef des niederländischen Essenslieferdienstes Takeaway nach einem monatelangen Bieterstreit mit dem Beteiligungsunternehmen Prosus um den britischen Konkurrenten Just Eat durch. Prosus, die börsennotierte Tochter des südafrikanischen Internetbeteiligungskonzerns Naspers, verzichtete auf ein höheres Gebot. Takeaway ist mit geschätzten 412 Millionen Euro Umsatz für 2019 die Nummer 3 der Branche in Europa. Just Eat ist knapp dreimal so groß und bereits profitabel. Die Briten haben 2019 voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro erlöst. An der Börse wird der Zusammenschluss zur europäischen Nummer 1 der Branche begrüßt. Der Sitz von Just Eat Takeaway soll Amsterdam werden. Die Heimatbörse wird London. Der Kauf zeigt, dass Takeaway-Chef Groen beim Ausbau des Geschäfts auch weiterhin konsequent auf Europa setzt. Außerhalb der neun Länder auf dem alten Kontinent sowie bald Großbritannien sind die Niederländer nur in Israel und in Vietnam vor Ort. Das zahlt sich bei der Rendite aus. Auch ohne den deutlich größeren und profitablen Just-Eat-Konzern hätte Takeaway in diesem Jahr laut Analysten den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft. Im Länderportfolio des Primus steckt viel Potenzial. Die in diesen Staaten lebenden 240 Millionen Menschen geben für Essenslieferungen laut Schätzungen der Marktforscher von Euromonitor jährlich 13 Milliarden Euro aus - und jetzt kommt noch der britische Markt hinzu. Weltweit sollten die Erlöse mit Essenslieferungen im Jahr 2022 auf über 270 Milliarden Euro wachsen, prognostizieren die Experten von Euromonitor. Sie kalkulieren mit jährlichen Steigerungsraten von 13 Prozent. Das lockt weltweit viele Anbieter in den Markt. Die bisherige Entwicklung zeigt jedoch, dass nur jene Unternehmen langfristig die Gewinner sein werden, die möglichst große Onlineplattformen mit regelmäßig zahlenden Kunden ausreichend gut auslasten können. Die durchschnittliche Nettorendite der Partner von Essenslieferdiensten, also der Restaurants, liegt laut US-Börsendienst Bloomberg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Da bleibt nicht viel Spielraum für Gewinne der Lieferdienste. Laut Bloomberg bekommen sie aktuell 20 bis 30 Prozent des Restaurantpreises für ein bestelltes Essen. Mit Blick auf die Margen der Restaurants werde das langfristig deutlich weniger werden, sagen Branchenkenner. Bisher gibt es zwei Geschäftsmodelle: Die einen stellen nur den Online-Marktplatz mit Anbindung via App bereit, wo Restaurants ihre Angebote einstellen. Die Plattform übernimmt Abwicklung und Bezahlung der Bestellung, geliefert wird von einem Kurier der Restaurants. Beim zweiten Modell liefert der Plattformbetreiber auch aus, während das Restaurant nur kocht. Diese Variante ist allerdings hochgradig verlustträchtig und deshalb als eigenständiges Geschäft in den meisten Industrieländern nicht profitabel. Die Lösung ist deshalb ein Hybridmodell, sprich: Lieferung je nach Markt. Verzichten für den Erfolg Der Ausbau des Liefergeschäfts ist besonders in Europa mit hohen Kosten verbunden. Eine erfolgreiche Firmenstrategie bedeutet daher, sich rechtzeitig aus einem Markt zurückzuziehen, wenn die Kosten überhandnehmen. So ging Takeaway in Großbritannien 2012 an den Start und verkaufte das Geschäft vier Jahre später an Just Eat. Jetzt sind die Niederländer dort als profitabler Marktführer zurück. Europa bleibt der Fokus. Die 33-Prozent-Beteiligung von Just Eat am brasilianischen Lieferdienst iFood soll verkauft werden. Prosus dürfte interessiert sein. Die Firma hält signifikante Anteile an iFood. Das Geld aus diesem Verkauf könnte Europas Primus gut gebrauchen. Beim britischen Konkurrenten Deliveroo ist Onlineriese Amazon eingestiegen. Das stärkt den Rivalen deutlich. Und auch Deliveroo bündelt seine Kräfte. Aus dem hart umkämpften deutschen Markt zogen sich die Briten im August zurück. Gut acht Monate zuvor hatte sich Takeaway das Deutschland-Geschäft der Berliner Delivery Hero geschnappt. Kaufmännische Vernunft beendete auch hier eine teure Schlacht um Pizza-, Pasta-und Sushi-Bestellungen. 2018 hatten die beiden Firmen mehr als 100 Millionen Euro in Werbung gebuttert. Anschließend kontrollierten beide jeweils knapp die Hälfte des Markts. Wachstum war so kaum noch möglich. Für die deutschen Dienste von Delivery Hero -Lieferheld, Foodora und Pizza.de -zahlte Takeaway 930 Millionen Euro in Cash und eigenen Aktien. "Wir haben größere Schlachten zu schlagen, im Nahen Osten, in Ostasien oder Lateinamerika. Uber Eats ist dort ein starker Konkurrent geworden", sagte Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg. Seinen Coup präsentierte er dann im Dezember. Für 3,6 Milliarden Euro, davon 1,9 Milliarden in eigenen Aktien, will sich Delivery Hero 88 Prozent von Südkoreas Nummer 1, Woowa Brothers, sichern. Der Aktienkurs sprang daraufhin um gut ein Fünftel nach oben. Insgesamt verdoppelte er sich 2019. 270 Milliarden Euro werden Essenslieferdienste im Jahr 2022 weltweit mindestens umsetzen. Das jährliche Wachstum schätzen die Experten von Euromonitor auf 13 Prozent.

Copyright/Quelle/Zuerst erschienen bei: Finanzen Verlag GmbH


WIR LEBEN BERATUNG
Sie wünschen einen Rückruf?
Wünschen Sie einen Termin?
Sie möchten Ihre Daten ändern?
 
 
 
 

Sie benötigen einen persönlichen Ansprechpartner oder individuelle Beratung? Wir rufen Sie gerne zurück und nehmen uns Zeit für Sie.
(* Pflichtfelder)

Nachricht (Erreichbarkeit)

Sie wünschen einen persönlichen Termin mit individueller Beratung? Wir freuen uns auf ein persönliches Treffen.

Nachricht (Terminvorschlag)

Sie sind umgezogen oder andere Daten haben sich geändert? Bitte teilen Sie uns kurz mit was wir ändern sollen damit Ihre Unterlagen immer auf dem neuesten Stand sind.
Wichtig: Übermitteln Sie uns auf diesem Wege keine Passwörter oder Zugangsdaten!

Nachricht (zu ändernde Daten)
nach oben